Im Zug, im Café, auf einer balearischen Insel – von wo aus wir künftig arbeiten dürfen, wird zum entscheidenen Erfolgsfaktor im Krieg um Talente. Für Unternehmen wird das anstrengend. Auf die Mitarbeiter zu hören, lohnt sich dennoch. 

Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Die Welt scheint sich langsam wieder zu normalisieren. Was bedeutet dies für unsere Arbeitswelten? Hierzu gibt es eine unglaubliche Menge an neuen Studien. Sicherlich bin ich nicht die Einzige, die dieses Thema rund um Back to Office nicht mehr hören kann. Warum also sollte man sich die Ergebnisse, die übrigens überall ähnlich ausschauen, dennoch zu Gemüte führen? Ich mag die Veröffentlichung der Uni Darmstadt „Gewinner und Verlierer im Home Office“ (https://www.real-estate.bwl.tudarmstadt.de/forschung___praxis/forschungsprojekte_4/work_from_home.de.jsp).

Welche Ergebnisse sind interessant?

Die meisten Menschen wollen weiterhin AUCH zu Hause arbeiten, da sie einen geringeren Zeitaufwand haben (74 %), die Umwelt weniger belastet wird (51 %) und niedrige Kosten entstehen (50 %). Die Arbeit von zu Hause hat während der Pandemie für weniger Stress (43 %), bessere Konzentration (41 %) und höhere Produktivität (39 %) gesorgt. Die meisten Studien kommen mehr oder weniger zu ähnlichen Ergebnissen.

Aber was bedeuten denn die ganzen Analysen eigentlich?

Corona hat viele Dinge katalysiert, wie zum Bespiel die Digitalisierung. Beim Thema „Office & Home Office“ hat die Pandemie ganz deutlich die Flexibilisierung gepusht. Das ist für mich eine der wichtigsten Veränderungen überhaupt. Man stellt schon seit vielen Jahren eine Flexibilisierung im Markt fest. Sie zeigt sich in kürzeren Verweildauern in Unternehmen, immer mehr freiem Arbeiten und auch in Arbeit von verschiedenen Orten aus. Aber nicht nur die „Organisation“ spielt eine Rolle, sondern auch der Inhalt. So stellen viele Erhebungen fest, dass die Sinnhaftigkeit der Arbeit immer mehr in den Mittelpunkt rückt. Und das ist gut so, denn wie lange sprechen wir nun schon über „Purpose“?

Wie locken wir die Leute wieder in die Firmen?

Man kann Arbeit einteilen in Konzentration, Kommunikation und Kollaboration. Und wenn man nicht gerade kleine Kinder zu Hause hat, kann es durchaus sinnvoll sein, die Konzentrationsarbeiten im Home-Office zu erledigen. Dies bringt ganz oft die Arbeitsergebnisse nach vorne – quantitativ und qualitativ. Aber wir sind auch soziale Wesen und haben ein Interesse daran, ins Office zu kommen. Um mit unseren Kollegen zu arbeiten und mit ihnen zu kommunizieren. Auch den Firmen ist daran gelegen, dass Menschen sich wieder physisch treffen, da dies Knowhow Transfer und Innovationsfähigkeit nach vorne bringt.

Wie müssen wir also unsere Offices und Workspaces umbauen?

Klar wird, dass die Flächen für Kommunikation und Kollaboration erweitert werden müssen. Dass aber auch hier eine Flexibilisierung einziehen sollte. Man kann heute “agile Räume” bauen. Räume, die wandelbar sind, viele verschieden Szenarien abbilden und diverse Funktionen übernehmen können. Dies trägt zum Wandel bei, der ohnehin unsere Arbeitswelt und unser Privatleben ständig verändert. Immer schneller.

Reichen schicke Kommunikationsflächen und agile Kollaborationsbereiche?

Meiner Meinung nach sollte man nicht nur die Büros und bestehenden Workspaces verändern. Wir tun gut daran, über Zeiten UND Orte nachzudenken. Denn wir sollten nicht nur arbeiten, WAS wir wirklich wirklich wollen, sondern auch WIE und WO wir wirklich wirklich wollen – um Herrn Professor Bergmann, den vor Kurzem verstorbenen Vater der New Work-Beewgung, zu zitieren und seine Definition in Richtung Räume zu erweitern.

Mobiles Arbeiten wird in Zukunft hoffentlich wieder im Zug, im Café, im Park und überall anders stattfinden. Es wird viele neue Modelle geben. Vielleicht arbeiten wir zum Teil direkt vor Ort beim Kunden. Oder Unternehmen tun sich zusammen und bieten gemeinsame Workspaces an. Das kann Kosten sparen und Synergien inhaltlicher Art befeuern.

Was haben wir davon, JETZT zu reagieren?

Besonders erfreulich: Der Mensch in der Arbeitswelt rückt endlich mehr den Mittelpunkt. Dies zeigt sich manchmal schon in größerer Wertschätzung. Dies trägt zur Qualität unseres persönlichen Arbeitslebens bei und ich bin ganz sicher, dass sich damit auch bessere Arbeitsergebnisse erzielen lassen.

Aber die Bindung der Mitarbeiter an die Unternehmen wird gleichzeitig geringer. Gepaart mit steigenden Ansprüchen an den Arbeitsraum, wird „Raum“ zu einem immer wichtigeren entscheidenden Erfolgsfaktor im „War for Talents“.

Ich halte es für besonders wichtig, in der Diskussion rund um das Office zu schauen, was jeder Einzelne und jede Einzelne braucht. Ich halte nichts von gleichen Lösungen für alle. Jedes Unternehmen ist anders, jede Branche, jede Mitarbeiterstruktur und jeder Kunde. Daher gilt es, die Arbeitswelten sehr persönlich abzustimmen. Nur so werden wir dem neuen „hybriden Normal“ gerecht, das in so vielen verschiedenen Facetten gerade auf uns alle zukommt.

Let’s go Back to Office and enjoy it!

Wie wünscht Ihr Euch die Rückkehr ins Büro? Welche Modelle planen Eure Unternehmen und Organisationen? Diskutiert mit mir!

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in Zukunft.machen von XING.

P.S. Ich habe gerade meine WebSeite www.sbcdigital.de neu gestaltet. Meine Agentur ist nämlich die mit dem Herzensprinzip. Passend und Zeitgeist, findest Du nicht?

Eine gute Zeit für Dich und liebe Grüße

Deine Susanne

 

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