– wer Talente halten will, muss den Raum ändern – nicht die Menschen
In einer Arbeitswelt, die sich ständig wandelt, gewinnen Themen wie Inklusion, Diversität und individuelle Arbeitsweisen immer mehr an Bedeutung. Besonders die Perspektive der Neurodiversität verdient zunehmend Aufmerksamkeit – rund 15 bis 20 % der Menschen gelten nach aktuellen Schätzungen als neurodivergent. Neurodivergente Mitarbeitende bringen andere Denkstrukturen, Wahrnehmungen und Formen der Kreativität mit, die Unternehmen zu mehr Innovationskraft, Bindung und Produktivität führen können – vorausgesetzt, die Arbeitsumgebung passt zu ihren Bedürfnissen.
NeuroSpace als Lösung
Genau hier setzt das von mir entwickelte Konzept NeuroSpace an. Der NeuroSpace ist ein Ort – physisch wie konzeptionell – an dem neurodivergente Menschen möglichst optimal arbeiten können. Er ergänzt das etablierte MultiSpace‑Modell nach Fraunhofer um eine Dimension, die gezielt auf neurodivergente Anforderungen eingeht. Während MultiSpace unterschiedliche Raumtypen für verschiedene Arbeitsformen bietet, erweitert NeuroSpace dieses Prinzip um sensorische, kognitive und emotionale Ebenen, die für neurodivergente Mitarbeitende entscheidend sind.
Transparenz schaffen hilft
In meinen Workshops für Führungskräfte, HR‑Verantwortliche und Geschäftsführende geht es darum, Bewusstsein und konkrete Handlungskompetenz zu schaffen. Die Teilnehmenden lernen zunächst, was Neurodivergenz eigentlich bedeutet – und wie unterschiedlich Menschen ihre Umgebung sensorisch wahrnehmen: visuell (Licht, Farben, visuelle Reize), auditiv (Geräuschpegel, Sprachverständlichkeit), taktil (Materialien, Oberflächen), olfaktorisch (Gerüche), gustatorisch (Geschmack) und propriozeptiv (Körperwahrnehmung). Auf dieser Basis wird deutlich, warum klassische Büros, die „für eine Denkwelt“ gebaut sind, viele Mitarbeitende über- oder unterfordern – und wie viel Potenzial sich entfalten lässt, wenn Räume anders gedacht werden.
In meinen zukünftigen Workshops für Führungskräfte, HR‑Verantwortliche und Geschäftsführende geht es darum, Bewusstsein und konkrete Handlungskompetenz zu schaffen. Die Teilnehmenden werden zunächst erfahren, was Neurodivergenz bedeutet – und wie sich unterschiedliche neurodiverse Profile in der Wahrnehmung von Räumen und Reizen bemerkbar machen. Anhand praxisnaher Beispiele zeige ich, welche Chancen sich daraus ergeben und wie Unternehmen NeuroSpace‑Elemente konkret umsetzen können: von Lichtgestaltung und akustischen Zonen über klare Orientierung und sensorisch angepasste Bereiche bis hin zu Rückzugs‑ und Stimulationsbereichen, die neurodivergente Mitarbeitende fördern statt überfordern.
Neuroinklusives Framework schafft Leitplanken
Im Workshop arbeiten wir mit einem neuroinklusiven Framework, das sich an sensorischen, kognitiven und emotionalen Layern orientiert und direkt in bestehende Arbeitsumgebungen integrierbar ist. Wir betrachten unter anderem:
• sensorische Layer mit definierten Reizniveaus – von „Silent“ für Rückzug und Entlastung, über „Soft“ für Deep Work, bis hin zu aktivierenden Zonen für Co‑Creation und Bewegung
• kognitive Layer – etwa externe Strukturierung, visuelles Denken, Task‑Switching oder Hyperfokus, die sich räumlich unterstützen lassen
• emotionale Layer – wie Orientierung, Farbcodes, nicht stigmatisierende Räume, Materialien, die Ruhe erzeugen, und klare, inklusive Beschriftungen
Konkret beschäftigen wir uns mit Raumtypen, die neurodiverse Bedürfnisse sichtbar und erlebbar machen, zum Beispiel:
• Recharge Hub: ein sensorisch reduzierter Rückzugsbereich für Entspannung, Regulation und kurze Pausen, mit gedimmtem Licht, klarer Ordnung und akustischer Entkopplung
• Deep Work Nook: ein geschützter, reizärmer gestalteter Ort für tiefen Fokus und konzentriertes Arbeiten
• Connection Lounge: ein sozialer Ankerpunkt für geschützte, informelle Begegnungen und 1:1‑Gespräche ohne Overload
• Energy Booster Zone: ein Bereich für kurze Bewegungsimpulse, Abbau innerer Anspannung und Aktivierung
• Co‑Creation Studio: ein flexibler Raum für kreative Zusammenarbeit, der Struktur und Freiraum intelligent verbindet.
Fahrplan für Dein NeuroSpace
Ergänzt wird dies durch praxisnahe Checklisten, mit denen Unternehmen ihre aktuelle Arbeitsumgebung reflektieren: von Räumen und Reizen (Zonierungen, Licht, Akustik) über Arbeitsorganisation (Transparenz, Meeting‑Kultur) bis hin zu Kommunikation & Kultur, Führung & Unterstützung sowie Tools & Netzwerken. So wird aus einem abstrakten „Wir müssten mal was für Neurodiversität tun“ ein konkreter Fahrplan für neuroinklusive Arbeitswelten.
Meine Vision ist klar: Wenn MultiSpace der Weg zu flexibler, digitaler und kollaborativer Arbeit war, dann ist NeuroSpace der nächste logische Schritt hin zu wirklich inklusiver und nachhaltiger Arbeitsplatzgestaltung. Die Integration dieser Konzepte lohnt sich nachweislich auch betriebswirtschaftlich – höhere Produktivität, stärkere Mitarbeiterbindung und gesteigerte Innovationsfähigkeit sprechen für sich.
Wer die Arbeitswelt von morgen gestalten will, sollte heute beginnen, Neurodiversität im Raum mitzudenken. NeuroSpace bietet dafür den Rahmen – und öffnet den Raum für neue Ideen, Perspektiven und Menschen. Und genau hier beginnt unsere Zusammenarbeit: Ich begleite Organisationen dabei, den Schritt von gut gemeinten Absichten hin zu wirksamen, neuroinklusiven Arbeitswelten zu gehen – fundiert, praxisnah und mit einem klaren Fokus auf Wirkung.
Future Workspace Trends

